10. April 2017

Pflanzenporträt des Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis L.)

Ich habe im Rahmen eines selbst auferlegten Projekts in Verbindung mit Gast-Posts bei der lieben Anna beschlossen, jederzeit mit offenen Augen und Kameralinse unterwegs zu sein und jegliches Blümchen und buntes Etwas am Wege oder in Wiesen festzuhalten, zu bestimmen und hier vorzustellen. 
Achtet Mann/ Frau ja zwar auf Artenvielfalt im eigenen Garten, doch was Wildblumen betrifft kann nur selten jemand mehr als drei Stück benennen. Darum habe ich es mir zur Aufgabe gemacht die bei uns heimischen Artenvielfalt ein wenig näher zu bringen.
Ich möchte keine Wissenschaft daraus machen und führe darum  nur wesentliche Details und Wissenswertes zu den jeweiligen Blümchen an

Hier heute nun der Einstieg mit dem ersten Wildpflanzenporträt:


 Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis L.)
Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis), Illustration
(Quellenpfad ist im Bild hinterlegt!)

Diese Wiesenblume namens Bocksbart zählt zu den recht selten gewordenen Korbblütler Gewächsen und wurde laut Heilkräuterlexikon gerne zur innerlichen als auch äußerlichen Heilanwendung herangezogen - von manchen im gleichen Atemzug aber wiederum als GIFTIG angeführt. Was wirklich gilt ist nicht abschließend geklärt.

Besondere Wirkung erzielte man mit dem Bocksbart bei Hautleiden, Gicht und Rheumatismus, weil ihm eine blutreinigend, Harn- & schweißtreibend Wirkung zugeschrieben wird.

Ich muss gestehen, es war nicht einfach dieses Blümlein zu entlarven. Ist es doch z. B. der Arnikablüte zum Verwechseln ähnlich, aber bei genaueren Hinsehen doch wieder so anders.
Lange Recherche in alten Bücherwissen und Bildvergleiche offenbarten  den Namen, der für mich „selten“ gesehenen Wiesen-Schönheit.

Bild ist mein Eigentum!

Das Besondere am Wiesenbocksbart ist, dass sich seine Blüten am Morgen gegen 8 Uhr öffnen und bereits zu Mittag bis frühen Nachmittag wieder schließen – nicht wie manch andere erst bei Einbruch der Dämmerung.
Selbst die Wurzeln dieser Pflanze wurden früher verzehrt oder als Suppengrundlage verwendet.

Das ebenso zum Verzehr geeignete Grün der Pflanze wird als süß bis leicht bitter beschrieben.
Wiesenbocksbart wurde vor Jahren gezielt als Gemüse angebaut, aber relativ schnell durch andere Arten verdrängt, wie etwa der ergiebigeren Gartenschwarzwurzel.

Genau von dieser Schwarzwurzel muss man den Wiesenbocksbart auch genau unterscheiden, doch anhand der Blütenkränze ist das relativ einfach, hat der Wiesenbocksbart nämlich nur einen langen Blütenkranz mit ein paar kürzeren, während die Schwarzwurzel mehrere unterschiedlich lange Blütenkränze hat. Im abgeblühten Zustand ähnelt der Blütenkopf des Bocksbartes jenen der abgeblühten Löwenzahnblüten.

Ich habe die einzeln stehende Blume am Wegesrand entdeckt, ein großer Flecken Wiese liegt dahinter, doch weit und breit war kein weiteres Blümchen zu sehen außer SIE – eine Rarität möchte man meinen.


Bis zum nächsten Porträt! 
💜
Liebe Grüße von der Farbenzauberin ( Elisabeth)
💜




Kommentare:

  1. Sehr interessant und finde ich auch klasse. Man kann sich förmlich "festbeissen" wenn man was entdeckt und erst nicht genau zuordnen kann, gell. So geht es zumindest auch mir immer, denn ich kenne das mit den Wiesenblumen ebenfalls. So habe ich auch wieder eine gepflückt aber noch nix dazu gefunden...die Suche geht weiter.

    Toll auch zu erfahren wie der Wiesen-bocksbart schon genutzt wurde. Schade das soviele lecker schmeckenen Dinge so in Vergessenheit geraten sind.

    Bis zum nächsten Mal wünsche ich dir bzw. euch einen schönen Wochenstart und sende viele Grüsse

    N☼va

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  2. Eine schöne Idee, liebe Anna, dass du deinen Lesern die Wiesenblumen ein wenig näher bringen willst.
    Meistens kümmern wir uns nur um die Pflanzen in den Gärten und das, was draußen so ohne unser Zutun wächst, rückt ein wenig in den Hintergrund.
    Dabei sind diese Pflanzen mehr als nützlich, sei es für Fauna und Flora selbst, aber auch als Heilpflanze für uns Menschen.
    Du hast recht, es stimmt schon, die Blüte vom Bocksbart kann man ganz leicht mit der der Arnikapflanze verwechseln.

    Wie schön, dass du dieses leuchtende Gelb festgehalten hast. :-)

    Ganz liebe Grüße und ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    Christa

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  3. Riesenpusteblume habe ich als Kind immer gesagt ..
    Tolle Idee mit dem Aufschreiben. Ab und an gehe ich mit auf Kräutertouren und beschäftige mich dann immer nur mit einem oder max. zwei Kräutern.
    Liebe Inselgrüße
    Kerstin

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  4. so geht es mir mit meinen Zugvögel oder anderes .. suchen und vegleichen.. gerade die Pflanzen sind nicht einfach.. toll dass du so eine gefunden hast!
    Die Bedeutung ist interessant und ich freu mich schon auf das nächste Mal!
    Schönen Montag wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  5. Liebe Anna
    also ich bin ja eine absolute Null was die
    Botanik betrifft, alles was kein Löwenzahn ist
    und irgendwie gelb, ist für mich Arnika. Den haben
    wir auch immer im Haus gehabt, zum Einreiben, zum
    Desinfizieren, zum Verdauen usw. usf. ein Univeralmittel eben.
    Aber dieser Bockbart ist wirklich eine Wiesen-Schönheit.
    Künftig werde ich bei allen gelben Blumen auf der Wiese
    besser hinsehen. ;-)
    Liebe Grüße und stressarmen Nachmittag.
    Sadie

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  6. Liebe AnnA
    Hoffentlich ist es nicht schon zu spät...... mir diese Feinheiten noch beizubringen *gg*

    Ich kenne ja kaum besondere Wiesenblumen (nur jene, über welche die kleinen Kinder schon
    Bescheid wissen)
    Das war weder bei mir in der Schule, noch in meinem Zuhause ein Thema und so ist dieses
    Wissen über die Natur "unterentwickelt".
    Andererseits lernt man ja nie aus und deshalb ist es toll, hier Wissen zu erlangen. DANKE.

    Liebe Grüße und hab eine schöne Woche
    Elisabetta

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  7. Liebe Anna,
    das ist ein tolles Porträt einer sehr schönen Pflanze! Ich finde es immer wieder spannend, welche Pflanzen , Blumen doch alle eßbar sind und welche Bedeutungen sie haben, bzw. früher hatten! Danke dafür!
    Hab noch einen wunderschönen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  8. In Schleswig-Holstein hatte ich einen Biologielehrer, der mit uns nach draußen ging und uns die Natur erklärte. Da hat das Lernen einen Sinn ergeben und Spaß gemacht. Vieles habe ich leider vergessen. So ist das, wenn man sich nicht ständig damit beschäftigt. Auf jeden Fall finde ich diesen Gast-Beitrag gut. Euch beiden ein Danke und eine gute Woche. Liebe Grüße sendet Edith

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  9. Da freue ich mich schon auf das nächste Mal. Sehr interessant. Was für eine Kraft in diesen kleinen Gewächsen steckt, das ist faszinierend.
    LG
    Magdalena

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  10. Liebe Farbenzauberin Elisabeth,

    toll, so interessant, das gefällt mir. Nun werde ich meine Augen aufhalten und hoffentlich den Bocksbart erkennen.

    Liebe Grüße auch an AnnA
    die Kerstin

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Ich freue mich sehr über jeden einzelnen Kommentar und möchte mich dafür ganz lieb bei Euch bedanken !
Je nachdem wie es meine freie Zeit zulässt versuche ich alle Kommentare hier zu beantworten, doch bitte habt Verständnis wenn ich das einmal nicht tue oder ich einmal etwas übersehen habe.

Schön so viele nette Leser zu haben.

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